Geschichte der Feuerwehr

Lange brauchte der Mensch, um die Kraft des Feuers zu entdecken und zu nutzen, noch länger vermutlich, um sich ihr auch zu erwehren, wenn sie ungehemmt und zerstörerisch die Kräfte des Menschen überstieg. Noch heute scheint die Macht des Feuers eine der wenigen Stellen zu sein, bei denen der Mensch an seine Grenzen gerät, wie regelmäßig zu Hochsommer-Trockenzeiten ausbrechende Waldbrände in bestimmten, durch ihre natürlichen Gegebenheiten besonders anfälligen Landstrichen zeigen. Waldbrände in Russland, die Flächen verwüsten, die einem kleinen mitteleuropäischen Land gleichkommen, erlebt der heutige Mensch wie Menetekel und Vorzeichen.

Die frühen Burgenbauer zogen sich meist auf stattliche Bergeshöhen zurück, die eine gewisse Uneinnehmbarkeit garantierten gegen marodierende Untertanen oder in feindlicher Absicht anstürmende Horden, aber gegen ausbrechende Feuer waren auch sie ungeschützt. Nicht wenige der heute in Deutschland vorhandenen Burgruinen wurden Opfer einer Feuersbrunst. Die menschlichen Gegenmaßnahmen waren in diesen Zeiten sehr beschränkt, Wasser aus den Brunnen und Flüssen musste manuell mühsam herangeschleppt werden. Auch die frühen urbanen Siedlungen wurden oft Opfer der Flammen, da die Holzbauweise und die Verwendung von schnell entflammbaren Materialien wie Stroh und Torf hier noch sehr ausgeprägt waren. 

Die frühen Römer kannten bereits eine staatlich organisierte Feuerwehr, die allerdings mit Sklaven bestückt wurde. Im Deutschland hatten Türmer und Nachtwächter die Aufgabe, ihr Augenmerk auf Brandgefahren oder schon ausgebrochene Brände zu richten und diese lautstark zu verkünden. Hier kam erst im späten Mittelalter eine gewisse Struktur in die Bemühungen, Feuer zu bekämpfen. Zunächst wurden einzelne Bürger zwangsverpflichtet, im Brandschutz mitzuwirken, dann bildeten sich Gruppierungen, nur schrittweise konnte man von einem organisierten Löschwesen sprechen. Anfangs noch genossenschaftlich organisiert, entstanden erst spät Zusammenschlüsse auf kommunaler Ebene, die die Aufgabe übernahm, bei Bränden (aber auch in anderen Notfällen) aufzutreten und zu retten, was zu retten war.

Zunächst noch unter der Ägide der Obrigkeiten und auch stark auf diese konzentriert, wurde dem Bürger schnell klar, dass er sich selbst behelfen musste. Die Bildung von Freiwilligen Feuerwehren im 18. Jahrhundert war auch ein Symbol der Emanzipierung und Demokratisierung der Bürger. Spätestens seit der Bürgerlichen Revolution von 1848 gab es große Anzahl von Bürgervereinigungen, die sich dem Brandschutz und der Brandbekämpfung widmeten. In den USA entstanden im 19. Jahrhundert die ersten Berufsfeuerwehren. Im Dritten Reich wurde die Feuerwehr der Polizei unterstellt.

Erst im 17. Jahrhundert wurde die Verwendung eines Feuerwehrschlauchs zur Regel. Was die Ausrüstung angeht, kann man erst ab dem 20. Jahrhundert eine gewisse technische Optimierung erkennen. Bis dahin kamen per Hand betriebene Feuerspritzen zum Einsatz, die vor Pferdewagen geschnallt wurden, in größeren Städten begannen sich die Dampfspritzen zu etablieren (hier wurde eine Dampfmaschine zur Betätigung der Kolbenpumpe verwandt). Nach der Motorisierung gab es eine Ausführung, die durch Elektromotoren vorankamen. Später tauchten dann die ersten selbst fahrenden Feuerwehrautos auf, bei denen der Motor, der den Wagen antrieb, auch die Pumpe bediente.

Heute wäre ohne den flächendeckenden Einsatz von freiwilligen Helfern und Feuerwehrleuten ein zuverlässiger und optimal funktionierender Schutz nicht gewährleistet, zumal die Feuerwehr heute durch die abgesunkenen Brandfall-Vorkommen auch weitere wichtige Aufgaben übernimmt, z.B. bei Unfällen, Notdiensten und Naturkatastrophen.